Liverpool – Jede Menge Beatles – aber eben nicht nur

„Behind a shelter in the middle of the roundabout …“ Beatles Fans aus aller Welt wissen, in welcher Straße und damit in welcher Stadt sich dieser Kreisverkehr mit dem Buswartehäuschen in der Mitte befindet. Da auch mein Vater als echter Beatles Fan die Penny Lane einmal selbst erleben wollte, schenkten mein Bruder und ich ihm zum 60. Geburtstag eine Reise an den Geburtsort der Fab Four nach Liverpool. So ließen wir unsere Familien im August 2018 zu Hause und machten uns auf den Weg, um für ein Wochenende auf den Spuren der Beatles zu wandeln.

Liverpool-The Beatles Story Exibition

Unsere Entdeckungstour starteten wir im Besucherzentrum „The Beatles Story Exhibition“. Das multimediale Besucherzentrum bietet einen tollen Einstieg für alle Beatles-Kenner, aber auch für die, die bis auf „Yesterday“ und „Let it be“ im Musikunterricht bisher noch keine weiteren Berührungspunkte mit den Beatles hatten. Mit einem Audio-Guide, den es übrigens auch in deutscher Sprache gibt, haben wir den Werdegang der ersten Boy Band anhand von Tonaufnahmen, Interviews, Schautafeln und original Artefakten nachvollzogen. Von hier startet auch die Magical Mystery Tour, die auch wir natürlich nicht verpassen durften.

Liverpool-Beatles-Magical Mystery Tour

Der Tour-Guide, echter Beatles-Fan und Liverpudlian mit Scouse-Akzent, zeigte uns rechts und links des Busses wichtige Stationen aus dem Leben der Beatles. Für alle, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, gibt es eine schriftliche Übersetzung ins Deutsche an Board. Ich versuchte auf der Tour für meinen Vater zu übersetzen und obwohl ich 7 Jahre in Irland und Schottland gelebt habe, ist der  Scouse-Akzent auch für mich eine echte Herausforderung, so dass ich mich geschlagen geben musste und mein Vater sich mit dem Faltblatt behelfen musste. Trotzdem war die Tour ein besonderes Highlight. Wir sahen die Kirche, bei der sich John Lennon und Paul McCartney zum ersten Mal trafen und fuhren an den Häusern und Schulen von John, Paul, George und Ringo vorbei. Beim ehemaligen Kinderheim Strawberry Fields stand ein Fotostopp an und natürlich fuhren wir auch durch die besungene Penny Lane, die gar nicht so sehr eine Gasse ist, als vielmehr eine ausgewachsene Straße mit einem Barber Shop und dem besagten Buswartehäuschen.

Paul McCartney hat das Lied übrigens in Erinnerung an seine Kindheit geschrieben, denn er fuhr mit dem Bus zur Schule immer durch die Penny Lane und so fühlten auch wir uns ein bisschen wie der kleine Paul auf dem Weg zur Schule. Am nächsten Tag schauten wir uns zwei Stationen der Tour noch einmal im Detail an, denn wir hatten den Besuch der Häuser, wo John Lennon und Paul McCartney jeweils ihre Kindheit verbracht hatten, gebucht. In der Küche von Tante Mimi, bei der John Lennon aufgewachsen ist, erzählte uns der örtliche Guide, dass die Tante John und Paul aufgrund der Lautstärke zum Singen irgendwann in den Windfang des kleinen Einfamilienhauses verbannt hatte. Und spätestens hier wird auch der letzte mitgereiste Nicht-Beatles-Fan in den Bann der Fab Four gezogen. Immerhin nahm hier das Schaffen zwei der größten Musiker unserer Zeit ihren Anfang und so standen wir laut singend „Penny Lane is in my ears and in my eyes“ mit Gänsehaus in diesem Windfang.

Liverpool-Beatles-Haus-John Lennon

Wer dann trotzdem mal genug von den Beatles hat, dem wird es in Liverpool ganz sicher nicht langweilig. Ganz besonders empfehlenswert ist ein ausführlicher Spaziergang über das Albert Dock, ein Teil des historischen Hafens, der  seit 2004 auf der Liste des Weltkulturerbes steht. Hier befinden sich zahlreiche Restaurants, Cafés und Museen.

Uns zog es in die Rough Hand Made Bäckerei, die wunderbare Croissants, Muffins und kleine Quiches anbietet und nachdem wir uns einmal durch das Angebot gefuttert hatten, teilten wir uns auf. Während ich die nur wenig entfernten Geschäfte unsicher machte – in Liverpool kann man hervorragend shoppen – besuchte mein Bruder das 2011 am Albert Dock eröffnete Museum of Liverpool, das unterhaltsam über die Stadtgeschichte informiert. Mein Vater nutzte die Zeit um Beatles-Souvenirs für die Daheimgebliebenen zu besorgen, denn er hatte noch immer nicht genug von der Beatlemania.

Am Abend bummelten wir wieder vereint durch die Innenstadt, ließen uns in einem der vielen Restaurants zum Essen nieder. Auch der Matthew Street, in der sich der berühmte Cavern Club befindet, statteten wir im Anschluss einen Besuch ab. Da die Engländer aber wissen wie man feiert, war uns hier zu viel los und wir ließen in einem der zahlreichen Pubs den Abend und die Reise ausklingen.

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