Kroatien – Urlaub im Land des Vizeweltmeisters

In den letzten Tagen war Kroatien durch die Leistungen der kroatischen Fussballnationalmannschaft in aller Munde und mit Sicherheit zählt die Mannschaft zu den Siegern der Herzen der WM 2018.

Doch das Land hat weit mehr zu bieten, als die Nationalelf. Gern erinnere ich mich an meinen letzten Urlaub in Kroatien zurück. Per Auto und mit unserem neu gekauften Zelt ging es in den sonnigen Süden. In knapp 2 Wochen wollten wir so viel wie möglich von Land und Leuten sehen und uns trotzdem noch erholen. Beides gelang uns prima – getreu dem Motto „Der Weg ist das Ziel“.

Unsere erste Etappe führte uns zunächst nach Slowenien kurz hinter die österreichische Grenze. Hier liegt, eingebettet in den Karawanken, der bekannte Bleder See mit der gleichnamigen Ortschaft. Hier wollte ich schon immer hin. Mitten auf einem Waldzeltplatz stellten wir zum ersten Mal für diese Reise unser Zelt auf.

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Kurze Ruhepause nach dem Zeltaufbau

Dann ging es zu Fuß zum See. Wir umkreisten den See auf dem 6 km langen Rundweg. Immer wieder entdeckten wir tolle Fotomotive. Nicht umsonst gehört der Bleder See mit seiner Insel zu den beliebtesten Postkartenmotiven Sloweniens. Ein gelungener Urlaubsauftakt.

Bled Slowenien
See Bled, Slowenien

Am zweiten Tag sollte es weiter nach Kroatien gehen. Unser Weg führte uns dabei automatisch an Ljubljana  vorbei. Wären wir auf der  Umfahrung  geblieben, hätten wir meinen können, dass die Stadt nichts zu bieten hat. Doch da wir gut in der Zeit lagen, entschlossen wir uns, einen Abstecher ins Zentrum der slowenischen Hauptstadt mit dem schwer auszusprechenden Namen Ljubljana, dessen Übersetzung  „Die Geliebte“ heißt, zu machen.  Knapp 300.000 Einwohner zählt die Universitätsstadt, die gleichzeitig größte Stadt des Landes ist. Die Eine Stadt mit ihrem ganz eigenen Charme, mit viel Grün und vielen Zeugnissen der Habsburger Herrschaft. Barbara Bizan sagte einst: „Es ist die schönste Stadt der Welt – In eineinhalb Stunden hat man hier alles gesehen, und in einer Stunde sind wir am Meer, in den Bergen, in Italien oder Ungarn. Wer sonst kann das von sich sagen?“ Ich glaube, besser kann man die Stadt nicht beschreiben. Dieser Stopp hat sich zweifellos gelohnt!

Über die slowenisch-kroatische Grenze führte dann unser Weg bis nach Plitwice, unserer ersten Station in Kroatien. Den kommenden Tag widmeten wir komplett den Plitwicer Seen.

Der Nationalpark Plitvicer Seen ist der bekannteste und älteste Nationalpark Kroatiens. 1979 wurde der Nationalpark Plitvicer Seen als eines der ersten Naturdenkmäler überhaupt in die Liste des UNESCO-Welterbe aufgenommen. Die fast unberührte Natur des ca. 300.000 ha großen Nationalparks bietet Lebensraum für zahlreiche geschützte Pflanzen, wie z.B. der seltenen Orchideenart Frauenschuh. In den dichten Wäldern des Parks leben Bären, Wölfe und Wildschweine. Der Park war auch teilweise Drehort der bekannten Winnetou Filme in Kroatien. Die 16 oberirdischen Seen sind kaskadenförmig durch kleinere und größere Wasserfälle miteinander verbunden. Zu Fuß und per Elektroboot entdeckten wir große Teile des Nationalparks. Ein toller Tag im Landesinneren lag hinter uns, bevor unser Reise weiter gen Süden an die Küste führen sollte.

Spontan entschieden wir uns am kommenden Tag unsere Zelte in Trogir für drei Tage aufzuschlagen. Diese kleine knapp 9.000 Einwohner zählende Stadt liegt knapp 27 km nördlich von Split und lohnt definitiv einen Besuch. Den besonderen Charme und Flair, den die Stadt versprüht, hat Trogir den Römern zu verdanken. Sie trennten das alte Stadtzentrum durch einen Kanal vom Festland. Noch heute gelangt man über eine Brücke zur Altstadt. Mit Überquerung der Brücke beginnt die Reise durch die aufregende Geschichte der über 2000 Jahre alten Stadt. Enge romantische Gassen führen zu den historischen Gebäuden und Plätzen umrahmt von einer traumhaften Uferpromenade.

Altstadt Trogir
Trogir

Die UNESCO hat 1997 den gesamten Altstadtkomplex zum Weltkulturerbe erklärt. Rund um den Platz Johannes Paul II. reihen sich die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Aus diesem Grund gilt er als der kulturelle Mittelpunkt der Stadt. Am Abend  genossen wir das Hier und Jetzt bei einem guten Wein in einer der zahlreichen Bars.

Nach einem gemütlichen Badevormittag erkundeten wir am kommenden Tag Split. Der erste Eindruck ließ noch zu wünschen übrig. Mit Plattenbauten begrüßte uns die zweitgrößte Stadt des Landes. Doch schon nach einem kurzen Spaziergang entlang der tollen Strandpromenade revidierten wir unsere Meinung. Die Stadt hat wahnsinnig viel zu bieten. Einerseits könnte man denken, man sei in einem riesigen Freilichtmuseum angekommen. Die Stadt blickt auf eine rund 1700-jährige Geschichte zurück und das spürt man auf Schritt und Tritt. Andererseits laden moderne Geschäfte zum Shoppen ein und man könnte meinen, es gäbe in Split keine Gasse ohne Bar. Auf unserem Rundgang entdeckten wir die wichtigsten Plätze der Stadt, die Riva, die Uferpromendade und den Diokletianpalast, der auf der Liste des Weltkulturerbes steht.

Und natürlich rubbelten wir auch am Fuß des Grugur Ninski, dies soll ja bekanntlich Glück bringen ;-).

Fuß Grugur Ninski Split
Einmal Rubbeln bitte für’s Glück

Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir mit Sicherheit weiter gen Süden nach Dubrovnik gereist, doch leider sind 14 Tage dafür zu kurz und die Arbeit rief ja wieder. Zum Glück kannte ich die Stadt von einer meiner vorherigen Reise bereits.

Nachdem wir einen weiteren Tag in Ruhe in Trogir genossen hatten, reisten wir wieder gen Norden. Erster Stopp auf unserem Weg war der bekannte Krka Nationalpark. Der Nationalpark erhielt den Namen durch den durch den Nationalpark fließenden Fluss Krka, die dabei sieben wunderschöne Wasserfälle bildet.  Wir erkundeten den Nationalpark per Boot und zu Fuß und natürlich ließen wir uns auch einen Sprung ins kühle Nass nicht nehmen.

Begeistert hat uns am Nachmittag die kleine Küstenstadt Sibenik, die unzählige Fotomotive bietet. Den schönsten Blick über die Stadt und die vorgelagerten Inseln genossen wir von der Festung St. Anna. Beim dem Spaziergang durch die schmalen verwinkelten Gassen der Altstadt tauchten wir ein in den Flair der geschichtsträchtigen Stadt, die über Jahrhunderte hinweg auch immer wieder bedeutende Künstler und Wissenschaftler anzog.

Rund 90 km weiter nördlich erwartete uns später auf unserer Reise die knapp 80.000 Einwohner große historische Stadt Zadar. Ein Spaziergang durch Zadar bietet Einblicke in die knapp 3000-jährige alte Geschichte dieser dalmatischen Stadt. Dreh- und Angelpunkt und bis heute absolutes Highlight der Stadt ist der Altstadtkomplex, der sich auf einer Halbinsel, getrennt von der Neustadt befindet. Bei einem Spaziergang über die Halbinsel entdeckten wir  zahlreiche Facetten der Stadt – angefangen von Überresten römischer Bauwerke, über alte Stadtmauern und Tore aus dem Mittelalter bis hin zu den modernen Sehenswürdigkeiten an der Nordspitze der Halbinsel. Empfehlenswert ist ein Spaziergang entlang der Uferpromenade mit der berühmten Meeresorgel. Nach einem guten Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants, genossen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang am Platz „Gruß an die Sonne“ – wohl einem der romantischsten Ort am Abend in Zadar.

Zadar Altstadt
Zadar

Von Zadar aus nahmen wir am nächsten Morgen die Fähre nach Mali Losinj. Die rund  sechsstündige Fahrt führte uns entlang der fantastischen Küste, die von unzähligen kleinen Inseln geziert ist. Nach der Ankunft in Mali Losinj begaben wir uns auf Zeltplatzsuche für unsere letzte Station auf dieser Tour. Dieser sollte noch einmal perfekt sein. Es wurde eine lange Suche, die Sonne ging fast unter und unsere Nerven lagen auch schon etwas blank … da fanden wir ihn endlich, den wohl schönsten kleinen Zeltplatz nahe der Stadt Osor, Wir bauten noch einmal unser Zelt direkt am Wasser auf und hörten beim Einschlafen das Rauschen der Wellen. Schade, dass man diesen Klang nicht einpacken kann.

Nach viel Sightseeing in den vergangenen Tagen, gönnten wir uns einen Tag Ruhe. Am Abend spazierten wir durch den kleinen Künstlerort Osor und schmiedeten Pläne für unsere Wanderung auf den Hausberg der Stadt am kommenden Tag.

Nach einem guten Frühstück bewaffneten wir uns mit Rucksack, Sonnenmilch und viel Wasser und bestiegen den höchsten Berg der Insel, dem Osorscica (589m). Von unten sieht es ganz einfach aus – aber die kroatischen Temperaturen im Hochsommer sind schon eine Herausforderung. Die gut markierten Wege führten uns durch eine tolle mediterrane Vegetation. Den intensiven Salbeiduft habe ich noch heute in der Nase. Am Televrin Gipfel angekommen waren wir schon mächtig stolz auf uns. Von hier ging es zunächst am Gipfelkamm entlang. Die Mühen hatten sich zweifellos gelohnt. Die Ausblicke waren fantastisch.

Und zum Glück entdeckten wir auf dem Abstieg noch eine kleine bewirtschaftete Hütte. Hier konnten wir unsere Reserven bei einer deftigen kroatischen Brotzeit und einem grandiosen Panorama wieder auffüllen bevor es zurück nach Osor ging.

Brotzeit
Deftige Stärkung – lecker

Der letzte Tag unserer Reise brach nun an. Diesen wollten wir noch einmal richtig ausnutzen. Am Vormittag bauten wir schweren Herzens unser Zelt ab und fuhren mit dem Auto quer über die Insel Cres. Letzter Stopp sollte der kleine idyllische Fischerort Valun sein. Dieser kleine Ort ist bis heute zum Glück vom Massentourismus verschont geblieben und wurde in der Vergangenheit schon als Filmkulisse genutzt. Valun ist autofrei und bietet wunderschöne kleine Gassen und einen kleinen Fischerhafen mit einigen guten Restaurants.

valun ausblick
Valun

Am späten Nachmittag ging es weiter nach Porozina im Norden der Insel. Von hier gelangten wir  in ca. 20 Minuten nach Brestova in Istrien. 950 km Autofahrt nach Jena lagen nun vor uns, die wir aber mit vielen neu gewonnen Eindrücken im Gepäck gut meisterten. Ein wunderschöner Urlaub lag hinter uns.

Mit Sicherheit war dies nicht der letzte Besuch in Kroatien, dass mit seinen traumhaften Buchten, dem glasklaren Wasser und den fantastischen Orten weit mehr zu bieten hat als Fußball.

Kroatien Naturreisen Reiseziel Städtereise Wandern

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