Außendienst in Passau

… eigentlich ist ja schon Urlaub und eigentlich ist es nicht vernünftig, für nur eine Nacht nach Passau zu fahren. Eigentlich. Doch es gibt mehr als einen Grundm warum ich es trotzdem gemacht habe. Touristiker sind zum einen beim „Unterwegssein“ nie nur privat und ich war noch nie dort!

Also ging es an einem Aprilsamstag recht zeitig gen Süden mit Ziel „Drei-Flüsse-Stadt“, wie Passau wegen seiner Lage an Donau, Inn und Ilz genannt und vermarktet wird.
Bei herrlichstem Sonnenschein empfing uns die Stadt, die sich merklich grüner als erwartet zeigte. Die Blätter der Bäume, die zu Hause noch vorsichtig aus ihrer Ummantelung lugen, vertrauen gut 450 km weiter südlich den sommerlichen 28°C und bezaubern in kräftigem Lindgrün.

Der erste Eindruck von der Altstadt im Vorbeifahren war für mich eine Mischung aus Barock, Weiß und irgendwie auch italienisch. Eine Stadtführung war für den Sonntag geplant, also kein Grund unruhig zu werden …
Hier will ich kurz einmal vorgreifen: Die Altstadt ist sehr sehenswert, grün, gepflegt und die Lage an der Mündung von Donau und Inn einfach toll … Also unbedingt einplanen!

Am Donauufer, etwas außerhalb der Altstadt lag die MS Rossini, eines der Flusskreuzfahrtschiffe, die wir 2019 im Programm haben. Hier hatten etwa 30 Touristiker die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen, bevor am kommenden Tag die ersten Gäste zu einer Donaukreuzfahrt starten sollten. Mich interessierten die Kabinen, die Ausstattung und wie es sich anfühlt, auf einem Schiff zu übernachten.

Aussen Rossini best
MS ROSSINI in Passau

Das Schiff bietet 4 Decks, wobei die unteren beiden die Kabinen liegen, ein Salondeck mit Restaurant und Lobbybar sowie einem Sonnendeck mit Pool. Dieses hatte es mir gleich angetan. Mit einer eisgekühlten Apfelschorle in der Hand musste ich erst einmal die Sonnenliegen testen. Bei vier Reihen mit geschätzten 20 – 25 Liegen je Reihe und zur Hälfte unter Sonnenschirmen können gleichzeitig etwa 100 der  200 Gäste das Panorama und die Sonne genießen zumal es am Pool noch mehrere kleine Tische zum Plaudern und/oder Rauchen gibt.

Nach dem Check-In in einer geräumigen 11 qm großen Kabine mit zwei über Eck stehenden Bettsofas kam schnell die Frage auf, wie man denn aus dem Sofa ein Bett zaubern soll. Wie sich im weiteren Teil der Besichtigung herausstellte, bekommen die Gäste vollen Hotelservice und keiner braucht sich mit der „Wie-Sofa-zu-Bett-und-umgekehrt“-Frage auseinander zu setzen. Alles verwandelt sich wie von Zauberhand in die benötigte Funktion. So war das Bett nach dem Abendessen gerichtet und die Leuchten auch schon in Betrieb. Am Morgen werden die Kabinen, ebenso wie im Hotel üblich, mit dem Zimmerservice wieder auf „Tagbetrieb“ eingerichtet.

Richtig interessant wurde es nach der regulären Präsentation, als der Chefingenieur über die Geschichte das MS Rossini, über Herausforderungen bei Niedrigwasser, über die Schiffsbalance und vieles mehr aus den Stegreif berichtete. Wer mochte, konnte sich den Maschinenraum ansehen … Wann wird es so ein Angebot noch einmal geben?
So stieg ich in einer kleinen Gruppe ganz tief ins Herz der Rossini. Was ich sah, war beeindruckend: Ich entdeckte eine Anlage, die aussah wie die Heizung zu Hause – zur Warmwasserbereitung und 4 Motorblöcke, Schaltschränke ….

Maschinenraum MS Rossini
Im Maschinenraum der MS ROSSINI

Wieder im Passagierbereich angekommen, wurde das Abendessen im großzügigen Restaurant serviert. Es gab auf jedem Tisch frische Blumen und frühlingsgrüne Servietten, zum Glück kein Buffet sondern ein 4-Gang-Menü mit hübsch dekorierten und dazu noch leckeren Portionen, einer umfangreichen Getränkekarte und zum Abschluss einem Käsebuffet. Danach wurde in die Lobbybar geladen, wo der Bordpianist mit einschlägigen Titeln die tanzfreudigen der Gruppe überraschte.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist aus meiner Sicht, dass sich keines der Fenster öffnen lässt und frische Luft nur über die Klimaanlage in die Kabine kommt.

Sympathisch hingegen finde ich das Konzept, dass alle Ausflüge schon im Reisepreis enthalten sind und es auch eine Fahrrad-Variante gibt. Bei mindestens 8 Radlern auf dem Schiff, kann man die Ausflüge, in Länge und Inhalt etwas angepasst, mit dem bordeigenen Rad unternehmen. Das könnte mir auch gut gefallen …

Ach ja, der Bordreiseleiter war ein sympathischer Herr namens „Herrgott“.
Hier passt  „ … der Herrgott wird`s schon richten …“  schon irgendwie ;-))

 

 

Deutschland Reiseziel Schiffsreisen Städtereise

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