Vulkane, Baby & Meer – Wanderurlaub auf Lipari

Wandern auf den Liparischen Inseln. So stand es auf dem Urlaubs-Wunschzettel unserer Familie. Und so wurde dies dann im April 2017 in die Tat umgesetzt. Von einigen dienstlichen Besuchen auf der Inselgruppe – die übrigens der Insel Sizilien im Nordosten vorgelagert ist – wusste ich ja bereits, auf was wir uns da freuen dürfen. Also hieß es Wanderrouten recherchieren, für unseren kleinen Sohnemann die passende Ausrüstung parat haben und auf den Urlaub im Süden freuen.

Die zum Archipel gehörenden sieben Inseln sind alle vulkanischen Ursprungs. Damit versprechen sie den einen oder anderen Meter, Auf- und Abstieg. Genauso wie die geringe Einwohnerzahl und relative Abgeschiedenheit einsame Wanderpfade und ruhige Stunden auf Schusters Rappen erahnen lassen. Dazu sehr angenehme Temperaturen im April, nach einem langen Winter endlich wieder Sonnenschein und ein authentisch süditalienisches Flair ohne große Hotel- oder gar Clubanlagen. Da die Inseln zudem relativ nah beieinander liegen, planten wir die Reise mit nur wenigen Hotelwechseln. Denn die Boote und Fähren von einer zur anderen Insel fahren oft und zügig.

Auf gut 12 verschiedenen Wanderungen erkundeten wir die komplette Inselgruppe. Und lernten so die Vielfalt eben dieser kennen. Mit dem Auge auch für kleine Details sieht man so ganz schnell Unterschiede, begeistert sich das eine Mal für die vielfältige und im Frühjahr so farbenfroh blühende Natur. Und das andere Mal schlägt auf einer Wanderung vielleicht das Geologenherz höher, wenn man auch als Laie auf dem Pfad verschiedenste Gesteinsschichten wie Obsidian und Bimsstein als Schichten mitten auf dem Weg erkennt. Fast überall sind die Wanderungen von einem steten Auf und Ab geprägt. Zum Teil auf sehr gut ausgebauten Wegen, immer wieder aber auch auf Pfaden, die scheinbar von der grünen Macchia zurück erobert werden wollen. Wunderschöne Ausblicke aufs Meer, zu den anderen Inseln, auf Segelboote und Seevögel haben wir fast ständig genossen. Und somit von früh bis spät das genießen dürfen, von dem unsere Heimat Thüringen leider eher wenig hat – blaues Meer.

 

Die Hauptinsel Lipari empfiehlt sich in unseren Augen am besten als Standort für eine Wanderreise auf dem Archipel an. Der Hauptort bietet mit einem hübschen und lebendigen Altstadtkern auch für den abendlichen Bummel einiges. Und von den zwei kleinen Häfen legen die Fähren und Boote zu den anderen Inseln ab, so dass man von hier alle Wanderungen bestens erreicht. Und gleich bei unserer ersten Wanderung haben wir einen guten Eindruck davon gewonnen, was einen Wandertag hier ausmacht. Es ging vom Hotel direkt zu Fuß los zur Südspitze. Gelb blühender Ginster und ab und an ein idyllisches Ferienhäuschen bildeten den Rahmen für herrliche Ausblicke aufs Meer und zur nur gut 1000 Meter entfernten Nachbarinsel Vulcano. Genau der richtige Einstieg dachten wir uns – und haben diese Wanderung genau deshalb auch für unsere Wanderreise ausgesucht. Im Idealfall als allererste.

Etappenziel auf der eben schon erwähnten Nachbarinsel ist der obere Kraterrand. Ein gut machbarer Weg führt einen bergauf zu einer geradezu perfekten Naturinszenierung. Der Krater des Vulkans, am gegenüber liegenden Rand brodelnde Schwefelfumarolen, dahinter das Meer und die Nachbarinseln Salina und Lipari. In weiter Ferne auch Alicudi und Filicudi und sogar Stromboli sind zu erkennen. Und nach dem Abstieg lohnt sich für alle die wollen und können ein Bad in den schwefelhaltigen Schlammquellen oder einfach nur eine leckere Granita, bevor es mit dem Boot heimgeht.

Die Insel Panarea, in vielen Reiseführern immer als die sommerliche Jet-Set-Insel beschrieben, begrüßte uns im April relativ verschlafen mit ihren vielen weiß gekalkten und bestens renovierten Häuschen. Gut vorzustellen, dass wer kann, hier seine Sommerferien verbringt. Wir wollten aber mehr sehen uns wanderten einmal um und vor allem über die Insel. Ein Pfad, der meist über einst gehauene Treppenstufen für Esel gangbar war und heute nur noch Wanderfreunde anzieht zeigt einem wahrlich schöne Flecken. Einsame Buchten mit türkisfarbenem Meer, abermals tolle Ausblicke auf die Nachbarinseln und viel Macchia machten diese Wanderung zu einer unserer absoluten Favoriten. Ein Bad am Ende ganz in der Nähe prähistorischer Ausgrabungen konnte zumindest ich mir dann nicht nehmen lassen.

Nicht fehlen darf beim Wandern über die Inseln natürlich ein Abstecher auf die Insel Stromboli. Fast allen Besuchern vorab ein Begriff, was sowohl am wohl aktivsten Vulkan Europas, aber auch am filmischen Erbe mit Ingrid Bergman liegen kann. Und lassen Sie mich nicht zu viel verraten – aber der mehrstündige nachmittägliche Aufstieg vom Meeresspiegel auf den Vulkankegel lohnt sich. Der Sonnenuntergang vor fünf brodelnden Kratern, die sich ab und an laut tosend und Lavaglut speiend melden hat ganz sicher nicht nur bei uns für Gänsehautmomente gesorgt.

Die Liparischen Inseln wissen in vieler Hinsicht zu bezaubern. Allenthalben kann derjenige Besucher, der sich darauf einlässt Neues entdecken. Die Freundlichkeit der Bewohner spüren. Die aufblühende Natur aufsaugen. Und auf den Wanderungen mit einem örtlichen Guide Dinge entdecken, die daheim und alleine wohl unentdeckt geblieben wären.

Entdecken auch Sie die Schönheiten der Inseln wie meine Familie und ich auf Schusters Rappen und lassen Sie uns gerne wissen, welche der Wanderungen Sie begeistert hat.

 

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